Zecken – das kleine Übel am Wegesrand

zecke

Durch Zeckenbisse können vor allem zwei Krankheiten übertragen werden:
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose

Wer ist gefährdet?
Jäger, Waldarbeiter, Wanderer, Pilzsucher und Camper sind besonders gefährdet. Doch auch Spaziergänger und Kinder, die sich nur kurz im Wald aufhalten, müssen gewarnt sein.
Zecken finden sich vor allem im lichten Unterholz bis 1 m Höhe und im hohen Gras. Besonders gefährlich sind die Monate Mai/Juni und September/Oktober. In dieser Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenstiches an.
In Mitteleuropa ist oberhalb von 600–800 m Höhe die Infektionsgefahr im Allgemeinen geringer, da in diesen Höhen Zecken wegen der geringeren Luftfeuchtigkeit seltener auftreten. In geeigneten Biotopen (z.B. Flussläufe) kommen Zecken jedoch bis zu einer Höhe von 2000 m vor.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Die FSME ist eine Viruserkrankung, die durch Zeckenbiss auf den Menschen übertragen werden kann. Die Überträger-Zecken sind zwar in der ganzen Bundesrepublik verbreitet, enthalten das Virus jedoch vor allem im süddeutschen Raum; Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und das südliche Thüringen stehen hier oft an erster Stelle. Zu den so genannten Endemiegebieten, in denen besonders hohe Zeckenbefallsraten gefunden wurden, gehören in Baden Württemberg die Gegenden entlang des Rheins, vom Bodensee bis Karlsruhe, sowie entlang des Neckars von Rottweil bis Mannheim. Auch die Region um Freiburg und der nördliche Schwarzwald gehören dazu. Außerhalb Deutschlands kommt FSME vor allem in Ländern wie Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Slowenien, nördliche Schweiz, südliches Schweden, und dem Baltikum vor.
In Endemiegebieten kann ungefähr jede 20. bis 50. Zecke Virusträger sein. Die Zahl der registrierten FSME-Fälle in Baden-Württemberg lag von 1992 bis 2003 zwischen 90 und 310 Erkrankungen im Jahr. Bei etwa einem Drittel der infizierten Personen können grippeähnliche Symptome ohne weitere Folgen sein. Bei einem Teil der Infizierten kann es aber nach einem symptomfreien Intervall zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns kund in schweren, seltenen Fällen zu Lähmungen kommen.

Lyme-Borreliose
Sehr viel häufiger durch Zecken übertragen wird eine andere Krankheit, die Lyme-Borreliose. In bestimmten Regionen führen bis zu zehn Prozent der Zeckenbisse zu einer Infektion. Im Gegensatz zur FSME sind hier die Erreger Bakterien, und die Infektion ist nicht auf bestimmte Gebiete Deutschlands beschränkt. Erste Krankheitszeichen bestehen typischerweise in einer schmerzlosen Hautrötung, die nach 7–10 Tagen bis zu 10 Wochen nach Zeckenbiss auftritt und sich ringförmig ausbreitet. Bei Streuung der Erreger über das Blut kann es zu grippeähnlichen Allgemeinerscheinungen, Fieber und Schweißausbrüchen kommen. Im Anschluss daran können sich die Borrelien in verschiedenen Organen festsetzen, was zu Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen und Herzrhythmusstörungen führen kann. In ca. 5% der Lyme-Borreliosen kommt es zu einem Befall des Nervensystems unter dem Bild von Nervenentzündungen und Meningoenzephalitiden. Gegen die Erreger der Lyme-Borreliose gibt es keinen Impfstoff. Diese Erkrankung kann aber mit Antibiotika wirksam behandelt werden. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose. Die Wahrscheinlichkeit einer Erregerübertragung sinkt, wenn die Zecke frühzeitig entfernt wird.

Was tun nach einem Zeckenstich?
Zecken verankern sich durch ihre mit Widerhaken versehenen Mundwerkzeuge in der Haut. Bei ihrer Entfernung ist darauf zu achten, dass der Zeckenkörper nicht gequetscht wird. dies gelingt z.B. mit Hilfe einer sehr feinen Pinzette (die üblichen „Zeckenzangen“ sind für die kleineren Zeckenstadien zu grob), mit der Zecke ganz vorn an den Mundwerkzeugen gefasst und unter drehenden und leicht ruckartigen Bewegungen herausgezogen wird.
Manchmal gelingt es nicht, die Zecke im Ganzen zu entfernen. Teile der Zeckenmundwerkzeuge bleiben in der Haut zurück. Diese sind jedoch unbedenklich. Nur beim Auftreten von Entzündungen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Bei Krankheitsanzeichen ist auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung erforderlich.
Weitere Auskünfte oder persönliche Beratung erhalten Sie von Ihrem Arzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt.

Wie kann man sich schützen?
• Geschlossene Kleidung (Hosenbeine in die Socken stecken) und festes Schuhwerk bieten keinen absolut sicheren Schutz. Auch insektenabweisende Mittel, so genannte Repellentien, geben keine Garantie. Wer sich in einem möglichen Zeckengebiet aufgehalten hat, sollte sich anschließend am ganzen Körper sorgfältig untersuchen. Zecken setzen sich bevorzugt in feuchtwarmen Körperregionen fest, also in der Kniekehle, Leistenbeuge oder Achselhöhle.
• Den besten Schutz gegen die FSME biete die aktive Schutzimpfung, die für den gefährdeten Personenkreis für ganz Baden-Württemberg öffentlich empfohlen ist.
• Die Impfung kann ganzjährig durchgeführt werden, es empfiehlt sich jedoch, mit der Grundimmunisierung in der kalten Jahreszeit zu beginnen, damit zu Beginn der Zeckenzeit ein Immunschutz besteht. Es stehen gut verträgliche FSME-Impfstoffe für Erwachsene und Kinder zur Verfügung.
• Die früher durchgeführte passive Immunisierung, bei der Abwehrstoffe, so genannte Antikörper, verabreicht wurden, wird heute nicht mehr angewendet.

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